Bethlehemacker

Schulentwicklungsprojekt «Miteinander stark»

nach dem Konzept der «Neuen Autorität»

Wir wollen, dass es allen gut geht an der Schule Bethlehemacker, dass wir gut miteinander auskommen, miteinander stärker sind als allein und gut lernen können.
Dazu achten wir auf:

Keine Gewalt ist der wichtigste Grundsatz. Ohne Gewaltanwendung hat kein Mensch die Macht, einen anderen Menschen nach eigenen Wünschen zu verändern. Ändern kann man nur sich selbst.

Einander ansehen. Ein Mensch will gesehen werden: «He, ich bin (auch) da!». Er ist ein Gegenüber mit Gefühlen, so wie ich. Er oder sie möchte so behandelt werden wie ich.

Mut. Ich höre auf mein Herz und stehe zu meinen Werten. Ich bin standhaft und laufe nicht den lauten Anführerinnen oder Anführern hinterher. Ich darf Stopp sagen, wenn ich mich in einer Situation nicht wohl fühle. Ich schaue nicht weg und mische mich ein, wenn ich helfen kann.

Selbstkontrolle. Ich lasse mich nicht provozieren und bleibe ruhig. Meinungsverschiedenheiten werden nicht dann diskutiert, wenn alle aufgeregt und zornig sind. Das Problem kann auch morgen oder übermorgen gelöst werden. Dann sind alle schon ruhiger.

Wiedergutmachung. Wenn ich etwas Falsches gemacht habe, das anderen schadet, kann ich mich entschuldigen und es wiedergutmachen.

Das Konzept Stärke statt Macht – Die Neue Autorität

Lehrpersonen und Eltern werden immer weniger als Autoritätspersonen akzeptiert. Das spüren wir im alltäglichen Umgang mit unseren Schülerinnen und Schülern. Und es erschwert das Unterrichten und Lernen. Wir wollen die erzieherische Autorität auf eine neue Art wiederherstellen. Dabei orientieren wir uns am Konzept des Psychologen Haim Omer. An die Stelle einer Autorität durch Macht tritt eine neue Autorität durch Beziehungsarbeit. Diese Neue Autorität verbindet je die positiven Erfahrungen der traditionellen Autorität mit jener der antiautoritären Erziehung.

Autoritätspersonen früherer Zeiten gerieten oftmals in scheinbar unvermeidliche Zweikämpfe, die sie gewinnen mussten. Neue Autorität geht von der Erkenntnis aus, dass absolute Kontrolle nicht möglich ist: «Ich kann die Gefühle, Gedanken und Reaktionen des Kindes nicht kontrollieren, sondern nur meine eigenen!» Die Autoritätsperson kann sich auf ihre eigenen Handlungen konzentrieren. Der Zwang, im Recht sein zu müssen, siegen zu müssen und mit Strenge sofort reagieren zu müssen, entfällt. Will ein Kind nicht gehorchen, bedeutet dies kein erzieherisches Versagen. Man kann Entschlossenheit zeigen, ohne zur Eskalation einer Situation beizutragen. Dies wirkt auf Erwachsene wie auf Kinder überraschend. Präsenz und Vernetzung sind zwei bewährte Grundsätze der Neuen Autorität. Eltern und Lehrpersonen können erleben, wie ihre Autorität durch Verstärkung von Präsenz und Vernetzung wächst. Eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern wirkt dabei unterstützend.
Als Fundamente der Neuen Autorität gelten neben Präsenz und Vernetzung die Selbstkontrolle, Transparenz, Beharrlichkeit, Aufschub und Wiedergutmachung.

Links

Grundlagenpapier «Stärke statt Macht» vom institut für systemische impulse, Zürich
Textausschnitte aus dem Buch «Stärke statt Macht – Neue Autorität in Familie, Schule und Gemeinde» von Haim Omer und Arist von Schlippe
Autorität durch Beziehung. Eine knapp gehaltene Anleitung für Eltern, dich sich gegenüber ihren Kindern nicht länger ohnmächtig fühlen wollen.
https://neue-autoritaet.ch